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SOC 2 ist ein international anerkanntes Prüf- und Berichtswesen, das die Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen von Serviceanbietern bewertet, insbesondere im Cloud- und SaaS-Umfeld. Grundlage sind die Trust Services Criteria (Sicherheit, Verfügbarkeit, Integrität der Verarbeitung, Vertraulichkeit, Datenschutz). SOC2 ist insbesondere in den USA von hoher Bedeutung und vergleichbar mit der internationalen Norm ISO 270001.

Was regelt SOC 2 genau und welche Bedeutung hat es?

SOC 2 ist kein gesetzliches Regelwerk, sondern ein Audit-Standard des American Institute of Certified Public Accountants (AICPA). Er beschreibt, wie externe Prüfer (Certified Public Accountant, kurz CPAs) die internen Kontrollen eines Dienstleisters bewerten, die relevant für Sicherheit und Datenschutz seiner Kunden sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Wirksamkeit von Prozessen und der verlässlichen Betriebsführung von Cloud-, SaaS- oder IT-Services. SOC 2 richtet sich daher an Unternehmen, die Kundendaten verarbeiten oder speichern und ihren Kunden einen Nachweis über ihre Sicherheitskontrollen liefern müssen.

Wichtige Grundprinzipien von SOC 2

Ein Grundprinzip von SOC 2 sind die sog. Trust Services Criteria (TSC). Denn TSC sind der zentrale Kontrollrahmen, auf dem SOC 2 basiert. Sie definieren die Anforderungen, anhand derer die Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen eines Unternehmens beurteilt werden. Die Kriterien gliedern sich in fünf Bereiche – Sicherheit, Verfügbarkeit, Integrität der Verarbeitung, Vertraulichkeit und Datenschutz – und beschreiben jeweils, welche organisatorischen, technischen und prozessualen Kontrollen ein Dienstleister implementieren muss, um ein verlässliches und sicheres Systemumfeld im Sinne von SOC 2 zu gewährleisten.

Fünf Kriterien von SOC 2:

  • Security (Pflichtkriterium): Schutz vor unbefugtem Zugriff.
  • Availability: Systeme sind wie zugesagt verfügbar.
  • Processing Integrity: Daten werden korrekt und vollständig verarbeitet.
  • Confidentiality: Schutz vertraulicher Informationen.
  • Privacy: Umgang mit personenbezogenen Daten gemäß definierten Richtlinien.

SOC 2 Typ I vs. Typ II:

SOC 2 unterscheidet zwei Prüfformen: Typ I bewertet, ob die definierten Kontrollen eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag angemessen gestaltet sind. Typ II geht einen Schritt weiter und prüft zusätzlich, ob diese Kontrollen über einen längeren Zeitraum, typischerweise sechs bis zwölf Monate, wirksam umgesetzt wurden. Während Typ I also eine Momentaufnahme darstellt, liefert Typ II den deutlich höheren Aussagewert, da er die tatsächliche Betriebspraxis und Verlässlichkeit der Sicherheitsmaßnahmen nachweist.

  • Typ I: Bewertung des Kontroll-Designs zu einem bestimmten Stichtag.
  • Typ II: Bewertung der Wirksamkeit der Kontrollen über einen Zeitraum (typisch: 6–12 Monate).

Weitere Aspekte:

  • Individuelle Kontrollevaluierung: Unternehmen legen selbst fest, welche internen Kontrollen Bestandteil des SOC 2-Audits sind.
  • Berichtsfokus: Der SOC 2-Bericht dient als Vertrauens- und Compliance-Nachweis für Kunden, Partner und interne Managemententscheidungen.

Praxisrelevanz

SOC 2 ist besonders für SaaS-Anbieter, Cloud-Plattformen, Hosting-Provider, IT-Dienstleister und alle Unternehmen relevant, die personenbezogene oder vertrauliche Daten für Kunden verarbeiten. Der Standard wird oft bei Ausschreibungen oder im B2B-Geschäft verlangt und dient als Qualitäts- und Risikonachweis (primär in den USA). Unternehmen nutzen SOC 2-Berichte, um Vertrauen zu schaffen, regulatorische Anforderungen abzudecken und die eigene Sicherheitslage dokumentiert zu verbessern.

Rechtliche Einordnung von SOC 2

SOC 2 ist kein Gesetz und keine regulatorisch vorgeschriebene Zertifizierung, sondern ein freiwilliger Audit- und Prüfstandard des amerikanischen Berufsverbands AICPA. Er besitzt daher keinen verbindlichen Rechtsstatus wie europäische Verordnungen (z. B. DSGVO, NIS-2). Dennoch hat SOC 2 weltweit hohe Bedeutung, weil viele Unternehmen – insbesondere Cloud- und SaaS-Anbieter – ihn als effektiven Compliance-Nachweis gegenüber Kunden, Partnern und Aufsichtsbehörden nutzen. SOC 2 kann damit Teil einer umfassenden Compliance-Strategie sein, ist jedoch formal ein vertraglich getriebener Prüfrahmen und kein gesetzlicher Pflichtstandard.

Zusammengefasst:

  • Kein Gesetz, sondern ein Prüfrahmen des AICPA (USA).
  • Wird weltweit genutzt, besonders im Cloud- und SaaS-Umfeld.
  • Ergänzt regulatorische Anforderungen wie DSGVO, NIS-2 oder branchenspezifische Compliance-Vorgaben.

SOC 2 im Vergleich zu ISO 27001

Obwohl SOC 2 und ISO 27001 häufig gemeinsam genannt werden, unterscheiden sie sich in Zielsetzung und Prüfmechanik zwischen SOC2 und der ISO-Norm 27001 zum Teil erheblich:

Ausrichtung:

  • ISO 27001: Internationaler Managementsystem-Standard (ISMS), verbindlich strukturiert, umfassend auf Prozess- und Governance-Ebene.
  • SOC 2: Prüf- und Berichtstandards, die die Wirksamkeit einzelner interner Kontrollen bewerten – kein Managementsystem.

Geltungsbereich:

  • ISO 27001: Global anerkannt; branchenübergreifend einsetzbar.
  • SOC 2: Vor allem in den USA verbreitet, besonders im SaaS- und Cloud-Bereich.

Audit-Tiefe:

  • ISO 27001: Betrachtet das gesamte Informationssicherheitsmanagementsystem eines Unternehmens.
  • SOC 2: Bewertet ausgewählte Kontrollen im Rahmen der Trust Services Criteria.

Audit-Form:

  • ISO 27001: Zertifizierung durch akkreditierte Zertifizierungsstellen.
  • SOC 2: Prüfung durch einen lizenzierten Wirtschaftsprüfer (CPA) mit individuellem Bericht.

Zusammenfassung des Vergleichs

ISO 27001 schafft ein strukturiertes, dauerhaften Sicherheitsrahmen (ISMS). SOC 2 liefert darüber hinaus einen kundenorientierten, detaillierten Prüfbericht, der die tatsächliche Wirksamkeit der Sicherheitskontrollen zeigt. Viele Unternehmen kombinieren beide Standards: ISO 27001 als Governance-Grundlage, SOC 2 als operativen Kontrollnachweis.

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Bild: © Paul Hanaoka – Unsplash.com

Quellen:

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